ja, das waren Zeiten!
ich saß mit ca. 14 Jahren, meinen damals schon sehr langen Beinen geschuldet, wie immer und selbstverständlich auf dem vorderen Beifahrerplatz im Auto von Tante Anneliese.
Weiters saßen in zweiter Reihe meine 82-jährige Urgroßmutter hinter mir und hinten links meine 67-jährige Großmutter, ungleich besser bekannt als Omi.
Es muss 1972 in irgendwelchen Ferien ziemlich genau um 15.00 Uhr gewesen sein. Eine Uhrzeit, die althergebracht als gesichert zu betrachtende Kaffee- und Kuchen-, kurz, als -Kaffee-Zeit, galt.
Tante Anneliese bog mit ihren 46 Jahren an einer innerstädtischen Kreuzung ab.
An einem Eckhaus links, reckte am First prominent ein Schild, worauf in großen Buchstaben „Café“ stand.
Als Omi das Schild erspähte, war klar, dass hier der Anker zu werfen war. Sie prustete „Café“, konnte den Abbiegevorgang kaum erwarten, um den Rest des Schildes mit dem Namen des Cafés zu intonieren.
So prustete sie erneut und völlig unerwartet ein zweites mal „Café“
Völlig normal in einem Wort“CaféCafé“.

Es klang wie das sehnsüchtige Verlangen eines Café-Junkies nach seiner nächsten Tasse.
Klar, diese Begebenheit schaffte es mit Leichtigkeit in die TopTen der Familien-Annalen.
Als zeitgenössischer Chronist verbürge ich mich für die Richtigkeit jener legendären Worte : „Und Omi prustete: CaféCafé!“

